Für alle, die sich gerade fragen was freie Software, Open Source und Freeware überhaupt bedeutet und wieso man es verwenden sollte, direkt eine kleine Einführung. Ausserdem spart ihr dabei über 12.000 Euro. Das ist die Mühe doch auf jeden Fall wert, oder?
Es ist ganz einfach. Freie Software und Open Source werden synonym verwendet, sind also quasi das gleiche. Aus diesem Grund werde ich beide Begriffe im Folgenden mischen und auch nur die Unterschiede zwischen freier Software und Freeware erklären.
Freeware ist eine Software die vom Urheber zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt wird. Manchmal wird vom Urherber eine kommerzielle Nutzung der Freeware untersagt.
Freie Software wird ebenso wie Freeware zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt. Jedoch haben sich damit die Gemeinsamkeiten auch schon fast erschöpft. Der Hauptunterschied ist der, dass die freie Software häufig der GNU General Public License (GNU GPL) unterliegt. Diese Lizenz besagt, dass der Quellcode frei einsehbar sein muss und auch verändert oder verbessert werden darf. Tausende Programmierer sind der Überzeugung, dass Software ein Gemeingut ist und veröffentlichen unter der GPL. Das wohl bekannteste Beispiel, welches sicherlich jeder kennt, ist Linux.
Freie Software muss mindestens folgende Freiheiten bieten:
- die Freiheit, das Programm zu jedem Zwecke auszuführen
- die Freiheit, zu studieren, wie das Programm funktioniert und es für die eigenen Zwecke anzupassen
- die Freiheit, Kopien des Programms zu verbreiten und so seinen Mitmenschen zu helfen
- die Freiheit, das Programm zu verbessern und diese Verbesserungen zu veröffentlichen, sodass die ganze Gemeinschaft davon profitiert
Nur um es noch einmal zu betonen: das "frei" in freie Software bedeutet "frei" wie in Freiheit und nicht "frei" wie in Freibier. Dass freie Software fast immer kostenlos ist, ist ein ausgesprochen netter Nebeneffekt, jedoch nicht der Hauptvorteil.
Der Nachteil von Freeware im Gegensatz zu freier Software ist, dass Freeware zwar kostenlos ist, ein Programmierer sich aber jederzeit dazu entscheiden kann sein Programm kostenpflichtig zu machen oder die Nutzung und Verbreitung zu untersagen. Das ist bei freier Software nicht möglich. Bei Open Source darf die Software beliebig oft weitergegeben werden und der Quellcode muss einsehbar sein. Das heisst für Open Source: Einmal kostenlos - immer kostenlos.
Aus diesen Gründen werde ich in meiner Programmübersicht auch freie Software der Freeware vorziehen, wenn es sich bewerkstelligen lässt. Die Software, die ich vorstelle, ist für euch in jedem Fall kostenlos. Zu welchem Typ die Software angehört (ob sie frei ist oder nur Freeware) seht ihr hingegen unter dem Punkt "Lizenz".
Für diese Entscheidung könnte es viele verschiedene Gründe geben. Ich will mal einige meiner Motivationen anführen:
- Auf vielen privaten Rechnern tummelt sich ein Haufen illegal gecrackter Software. Das eine Proggie vom Nachbarn "geliehen", das andere im Netz "gefunden"... Wenn ihr nicht erwischt werdet, schön und gut. Aber falls es doch mal soweit kommt (es reicht schon, dass ihr nur verpetzt werdet), dann könnt ihr euch für längere Zeit von eurem Rechner verabschieden (wird als Beweismittel eingezogen). Nicht genug damit... die ersten Lizenzgebühren klingeln schon an der Haustür und das kann richtig ins Geld gehen. 10.000 Euro sind da nichts Besonderes.
Man kann einfach ruhiger schlafen, wenn man legale Software auf dem Rechner hat. Sehr viele Leute besitzen bereits eine Windows-Lizenz, die sie beim Rechner-Neukauf erhalten haben. Was jetzt noch fehlt, sind legale Versionen der restlichen Software. Mit freier Software kann man seinen Rechner kostenlos und legal mit bester Software ausstatten.
- Wenn man Software schnell benötigt, erspart man sich das mühselige Suchen auf Warezseiten (auf denen die Files sowieso mal wieder down sind), sowie das anschliessende Suchen nach Keygeneratoren oder Cracks um die Werbung zu entfernen oder die Programme illegal freizuschalten. Ausserdem sind die illegal besorgten Programme recht häufig mit Malware (Würmer, trojanische Pferde) und Viren behaftet. Stattdessen geht man einfach auf die Webseiten der Open Source Projekte und zieht sich die neueste Version des Programms mit voller Geschwindigkeit direkt vom Server und kann sich sicher sein keinen Schädling mitgeladen zu haben.
- Oftmals ist freie Software wesentlich besser als kommerzielle Software, da die Programmierer die Entwicklung derer als Hobby betreiben und deshalb erst recht mit Herzblut drangehen.
- Den Quelltext von Open Source Programmen kann jeder einsehen. Es gibt also keine versteckten "Nach-Hause-telefonieren"-Überraschungen wie sie bei Microsoft-Programmen äusserst beliebt sind. Ausserdem werden Fehler im Quelltext schneller gefunden und beseitigt. Also ist freie Software stabiler und sicherer.
- 90 % der Leute benutzen Mircosoft-Programme. Wenn nun Sicherheitslücken in Outlook, im Media Player oder im Internet Explorer entdeckt werden, dann ist es ein Leichtes mit neugeschriebenen Viren einen grossen Teil der Computer weltweit zu erreichen. Wenn man jedoch andere Programme als diese Standards benutzt, ist man für solche Lücken nicht anfällig. Ergo ist freie Software sicherer.
- Viele der Programme besitzen wesentlich mehr Features oder sind komfortabler und bauen auf neueren Technologien auf als ihre zu bezahlenden Pendants. Das beste Beispiel ist der integrierte PDF-Export in OpenOffice.org oder die Unterstützung von CSS 2.0 im Mozilla Firefox.
- Bei kommerzieller Software muss man nicht nur für das Programm selbst, sondern auch für jedes Programmupdate oder jede neue Programmversion erneut bezahlen, wenn man die neuen Funktionen / Sicherheitsupdates nutzen möchte. Das entfällt bei freier Software komplett, man kann sofort die Vorteile der Weiterentwicklung nutzen. Ausserdem benötigt man nicht für jeden Rechner eine eigene Lizenz, sondern hat die Freiheit das Programm auf beliebig vielen Rechnern zu installieren.
- Die Interoperabilität ist bei freier Software generell höher, da Schnittstellen / Formate von jedem eingesehen und benutzt werden können. Bei proprietärer (urheberrechtlich geschützter) Software sind die Firmen meist bestrebt, die Interoperabilität zu verhindern, um die Konkurrenz vom Markt auszuschließen. Beispielsweise kann von drei bekannten unfreien Abspielprogrammen für Mediendaten (Windows Media Player, Apple's Quicktime, Real Player) jeder nur sein eigenes Dateiformat verarbeiten.
- Und zu guter Letzt möchte ich als Argument ein Zitat von Linus Trovalds (dem Erfinder von Linux) bringen:
Software is like sex : it's better when it's free.
;-)
Bevor ich euch die Programme präsentiere noch kurz zwei Fragen beantwortet.
Erstens: "Wieso fehlt das Programm XXX, das ist doch viel besser als das, welches du vorgestellt hast!"
Nun, das ist ganz einfach. Ich stelle hier nur Programme vor, von denen ICH absolut überzeugt bin. Wenn ihr eine Zusammenfassung über alle möglichen Alternativen haben wollt müsst ihr woanders suchen (z.B. auf den Seiten die ich unter Weblinks vorstelle). Ich versuche euch die Wahl damit leichter zu machen. Deswegen empfehle ich euch nur die Programme, die ich getestet habe und als "am besten" empfinde. "Zur Not" habe ich unter jedem Programm (falls mir bekannt) eine mögliche Alternative genannt, zu der müsst ihr euch aber dann schon selber schlau machen.
Und Zweitens: "Ich finde hier in deiner Liste kein Programm welches FunktionXY kann."
Ich habe entweder nicht alle Programme aus allen Bereichen getestet, da ich einiges gar nicht benötige oder ich habe einfach keine besseren und vor allem kostenlosen Alternativen gefunden (wie z.B. Microsoft Outlook). Wenn ihr der Meinung seid, dass ihr ein Programm kennt welches ich hier unbedingt aufnehmen sollte, dann schreibt mir das doch. Ich würde mich sehr freuen... auch wenn ihr Verbesserungsvorschläge zu der Seite habt.
Lange rede, kurzer Sinn. Freie Software hat viele Vorteile und jeder sollte dieser Software mal eine Chance geben. Wenn du neugierig geworden bist, hier geht es direkt zu den Beschreibungen und Downloads.